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Aktuelles

10.05.2020

Singen am Sonntag Kantate

Trompetenengel

Singt dem Herrn eine neues Lied (Ps 98,1)

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, 
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt - 
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: 
Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

Trauer, Verheißung, Hoffnung und Freude in nur vier Zeilen. Das kann nur ein Lied.

In der Zeit, da keine Gottesdienste stattfinden dürfen, fehlt mir das Singen am meisten. Es fehlt mir das Brummen meines Nachbarn. Es fehlen mir die Koloraturen des professionellen Sängers einige Reihen hinter mir. Es fehlt mir die junge Frau mit dem Kind, die immer wieder aussetzt, weil das Kind ihre Aufmerksamkeit fordert. Es fehlt mir die Kraft der Gemeinde.
Der gemeinsame Gesang im Gottesdienst gibt mir das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Eine Gemeinschaft, die auch für mich sorgt, weil in der Masse die Töne untergehen, die ich nicht getroffen habe. Eine Gemeinschaft, die mich leitet und begleitet. Eine Gemeinschaft, der ich mich anschließen und meine Stimme dazugeben kann. 
Singen ist Mitmachen. Bei Lesungen, Predigten und Orgelmusik darf ich nur zuhören. Ich darf nachdenken, muss aber sitzenbleiben. Im Gesang kann ich - je nach Temperament, Können und Tagesform - laut und selbstbewusst brillieren oder leise und zurückhaltend mitsummen. 
Gesang im Gottesdienst ist das Lob Gottes, Verkündigung und Bekenntnis. Es ist für mich oft emotionaler als das gesprochene Wort. Gesang zeigt die Freude am Leben und zeigt die Vielfalt der Gefühle.
Im Gesang kann ich Gott, die Gemeinde und mich selbst spüren. Mein Wunsch für den ersten Gottesdienst nach den Kontaktbeschränkungen ist deshalb, dass wir als Gemeinde ganz viel singen. Fröhlich, laut und gemeinsam.

(Steffen Schille)


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