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09.02.2021

Wort für den Tag - 10. Februar

Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Psalm 31,9

Wort für den Tag

Manchmal denke ich an den weiten Himmel in Mecklenburg. Ich habe einmal in Schwerin gelebt und dort als Journalistin gearbeitet; und bei so mancher Fahrt zu einem Interview habe ich das Auto an den Straßenrand gestellt und gestaunt. So flach wie das Land war, so hoch war der Himmel. Ein Gefühl von Freiheit und Geborgenheit gleichermaßen. Von Mitteldeutschland kannte ich das nicht. Selbst wenn ich hier auf einen Berg – oder eher Hügel – steige, sehe ich doch nur das nächste Tal mit dem nächsten Dorf. Und nun, in der Pandemie, ist auch wenig von Weite zu spüren. Viele Räume sind geschlossen. Nur mühsam kann ich einen Fuß vor den anderen setzen. Ich fühle mich eingeengt.

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ stammt aus dem 31. Psalm, in dem ein Mensch Gott um Hilfe bittet. Der Mensch wird verfolgt. Er ist in Bedrängnis. Er fühlt sich in die Enge getrieben. Sein Leid klagt er Gott. Doch trotz der Verzweiflung erzählt der Mensch auch von Güte, von Trost, gar von Fröhlichkeit. Er ist dankbar. Er weiß, Gott wird ihn retten.  

Auch wenn es in der Öffentlichkeit manchmal so dargestellt wird, als ob Religionen durch Regeln und Rituale Menschen Fesseln anlegen, bin ich fest vom Gegenteil überzeugt. Gott will unser Leben nicht einengen, er will es weit, tief und frei machen. Er eröffnet uns neue Horizonte, er weitet die Möglichkeiten, statt unser Leben in gelenkten Bahnen laufen zu lassen. Der Engstirnigkeit setzt er Barmherzigkeit gegenüber, dem Kleingeist frohen Mut, der Kaltherzigkeit das Gebot der Liebe. Welche Räume sich dadurch öffnen! Welche Wege wir dadurch gehen können! Mit großen, aber auch mit kleinen Schritten.  Mit immer neuen Perspektiven.

Lied

Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer (EG BY, TH 638)

Herr, deine Liebe Ist wie Gras und Ufer, Wie Wind und Weite Und wie ein Zuhaus.
Frei sind wir, da zu wohnen und zu gehen. Frei sind wir, ja zu sagen oder nein.
Herr, deine Liebe Ist wie Gras und Ufer, Wie Wind und Weite Und wie ein Zuhaus.

Wir wollen Freiheit, Um uns selbst zu finden, Freiheit, aus der man etwas machen kann,
Freiheit, die auch noch offen ist für Träume, Wo Baum und Blume Wurzeln schlagen kann.
Herr, deine Liebe Ist wie Gras und Ufer, Wie Wind und Weite Und wie ein Zuhaus.

Gebet

Guter Gott, öffne meine Augen. Ich möchte sehen, was möglich ist, auch wenn gerade so vieles unmöglich ist. Mach mein Herz weit. Ich möchte lieben und geliebt werden können, auch wenn ich meine Lieben nicht um mich habe. Und begleite mich durch die Freiheit, die du mir schenkst. Fülle den weiten Raum mit deinem Atem.

Und nun?

Überlegen Sie mal: Wo fühlen Sie sich frei? Haben Sie vielleicht auch so einen Sehnsuchtsort wie ich mit meinem Mecklenburger Himmel? Schließen Sie die Augen und besuchen Sie ihn!

Frohe Grüße,

Ihre Katja Schmidtke (Paulusgemeinde)


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