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Aktuelles

04.03.2021

Wort für den Tag - 5. März - Weltgebetstag

Wort zum Tag, Freitag, 5. März 2021 (Weltgebetstag)

Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Philipperbrief 4,6

Liebe Leserinnen und Leser!

Es ist Anfang Januar 2012. Ich stehe vor dem Grab. Darin der Sarg mit der Oma: „Wenn ich mal nicht mehr bin, machste ne scheene Rede!“ Das war ihr Wunsch. Dem bin ich nachgekommen. Während der Predigt in der kleinen Trauerhalle auf dem Friedhof in Hohlstedt gab es draußen Sturm. Regen in Strömen. Die Menschen, die nicht drinnen sein konnten, standen im Regen. Ich dachte noch so während der Trauerfeier, dass es doch aufhören möge. Es hörte auf. Der Weg zum Grab und dann: hinterm Kyffhäuser bricht die tief stehende Sonne durch die Wolken, gleißendes Licht fällt auf die Szenerie, mir ins Gesicht während des Vaterunsers und dann während des Segens. Zu allem Überfluss ist hinter mir, Richtung Sangerhausen, noch ein doppelter Regenbogen zu sehen.

Es war wie ihr Leben. Und dabei gab es sehr, sehr viel Sorge und auch sehr viel Schmerz. Enttäuschte Liebe, enttäuschte Erwartungen. Die Nachmittage in der kleinen Küche bei ihr habe ich immer genossen. Auch wenn sie immer in Aktion war, damit es noch etwas besser sein möge, das Kaffeetrinken. Ich dachte dann manchmal: Ach Oma! Aber so war sie nun mal und ich konnte das akzeptieren. Manchen Menschen wurde es im Leben verwehrt, Freude direkt zu zeigen und zu äußern.

„Sorgt euch um nichts!“ Für viele Menschen sind es die Alltagssorgen um Gesundheit und Auskommen, die Nächsten in der Familie und im Freundeskreis, die das Leben prägen. Das geht mir nicht anders. Und ja, es ist auch die Sorge um mein Leben: Wie lange noch? Was kommt danach? Kommt da noch was?

Für mich war der Moment am Grab meiner Oma einer, in dem mir der Himmel gezeigt hat, dass sie genau dort einen Platz hat. Ich habe es gespürt. Es tat gut zu fühlen und zu wissen: Gott ist da. Sein Licht leuchtet auch für meine Oma, die ein ziemlich stürmisches Leben hatte, die manchmal auch ganz schön ungerecht und cholerisch war. Und so denke ich an sie, die Oma Anni, die heute am 5. März 91 Jahre geworden wäre. Und ich bringe meine Zweifel vor Gott: die düsteren Gedanken und Nachrichten unserer Zeit, meine eigenen Fehler, unsere Passionszeit. Es wird still in mir, Frieden und Licht, die Erinnerung an den Regenbogen. Es ist nur ein Moment – welcher dann doch wieder so kraftvoll ist, dass er trägt. Amen.

Herzliche Grüße,

Martin Schmelzer, Pfarrer Halle-Trotha

Gebet:

Allmächtiger Gott, gib dass dein Wort bei uns nicht ein steinernes Herz und eine eiserne Stirn vorfindet, sondern den gelehrigen Sinn, der sich dir erwartungsvoll öffnet. Lass uns erfahren, dass du unser Vater bist, und stärke uns in dem Vertrauen, dass du uns als deine Kinder angenommen hast.

Lied (EG 454):

  1. Auf und macht die Herzen weit, euren Mund zum Lob bereit!
    Refrain: Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
  2. Gottes Wort erschuf die Welt, hat die Finsternis erhellt.
  3. Gottes Macht schützt, was er schuf, den Geplagten gilt sein Ruf.
  4. Gottes Liebe deckt die Schuld, trägt die Sünder in Geduld.
  5. Gottes Wort ruft Freund und Feind, die sein Geist versöhnt und eint.
  6. Darum macht die Herzen weit, euren Mund zum Lob bereit.

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