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Aktuelles

26.03.2020

Wort für den Tag: Freitag, 27. März

Psalm 31,6
In deine Hände befehle ich meinen Geist, HERR, du treuer Gott.

Wort für den Tag
Eigentlich wollte ich Ihnen heute ganz was anderes schreiben. Doch dann las ich von einem Motorrad, das durch Wolken fährt, gesteuert von dem 72-jährigen italienischen Priester Giuseppe Berardelli. Ein Nachruf in der Regionalzeitung „Araberara“ berichtet, wie der Priester in seiner Gemeinde gewirkt hat. Dass er immer für seine Gemeindeglieder da war, zugewandt, freundlich und mitfühlend. Berardelli hatte sich infiziert. Das Beatmungsgerät vertrug er nicht. Das Gerät konnte vor etlichen Tagen einem jüngeren mit dem Covid-19-Virus infizierten Menschen gegeben werden. Am 16. März ist der Priester im Krankenhaus in Lovere in der Provinz Bergamo gestorben. Seither erzählen sich die Menschen wundervolle Geschichten über ihren Priester. Weil sie ihn liebten und sich von ihm geliebt fühlten. Weil sie für möglich halten, dass er alles aus Gottes Händen genommen hat. Dass er nicht verzweifelt darum gekämpft hat, eine lebenserhaltende Maßnahme zu bekommen, die ihm nichts mehr nützt. Weil sie, die in einer der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen leben,  solche Hoffnungsgeschichten brauchen. 
Mich bewegt dabei der Gedanke, dass Giuseppe Berardelli vielleicht genau mit diesem Vertrauen auf Gott alle seine Wege gegangen ist, auch seinen letzten:  
In deine Hände befehle ich meinen Geist, HERR, du treuer Gott.
Und das wünsche ich mir für mich und für Sie und für alle in dieser wirren Zeit: Dass wir Tag für Tag aus Gottes Frieden Mut schöpfen, das hinzunehmen, auf das wir keinen Einfluss haben.  Und  Kraft für das, was wir tun können.

Lied:
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht; es hat Hoffnung und Zukunft gebracht; es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit.

Gebet
Gott, manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Pandemie mich wie eine riesige Welle überspült und ins Bodenlose reißt. Ich bitte dich, lass dich spüren. Schenke mir Mut, der sich dem Unberechenbaren entgegenstellt. Mach mich frei, jeden Tag in deinem Geist zu leben. Lass mich jeden Tag ein wenig froh sein, und wenn es auch nur die Vorstellung von einem in den Wolken Motorrad fahrenden Priester ist. Amen.

Und was tun mit der freien Zeit?
Lesen Sie doch mal den ganzen Psalm 31. Ruhig auch laut. Machen Sie eine Pause, wenn Ihnen etwas  besonders gut gefällt oder wenn Sie etwas nicht verstehen. Wiederholen Sie diese Stellen. Erinnern Sie sich an Lebenssituationen, die diesen Textstellen entsprechen?

Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Frieden Gottes an jedem Tag ein wenig oder auch ganz viel spüren!   
Simone Carstens-Kant, Pfarrerin an der Marktkirche

Und wenn Sie den Zeitungsartikel nachlesen wollen, hier ist der Link: https://www.araberara.it/don-giuseppe-berardelli-morto-sul-campo-da-prete-ha-rinunciato-al-respiratore-per-donarlo-a-uno-piu-giovane/26523/


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