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Aktuelles

21.04.2020

Wort für den Tag: Mittwoch, 22. April

Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir. (Augustinus)

Gedanken für den Tag:

Ja, unruhig bin ich. Trotz oder gerade wegen der verordneten äußeren Ruhe. Ich sehne mich nach Lockerungen der Kontaktbeschränkungen. Ich denke dabei auch an alle, die die momentane schwierige Situation nur noch schwer aushalten. Auf der anderen Seite mache ich mir Sorgen, dass durch die Aufhebung der Beschränkungen die Zahl der Erkrankten, und damit auch der schwer Erkrankten, heftig ansteigen wird.

Ich mache mir auch Gedanken um unsere Natur. Es hat so lange nicht mehr geregnet. Die Gärten, die Felder, die Wälder sind staubtrocken. In den Nachrichten wird von ersten Waldbränden berichtet.

All das macht mich unruhig. Und ich frage mich, was ist dabei meine Rolle? Was kann ich tun?

In den vergangenen Tagen habe ich „Die Pest“ von Albert Camus gelesen. Gefragt, wie er mit der schlimmen Situation in seiner Stadt umgeht, antwortet der Arzt Dr. Rieux: Ich will kein Heiliger sein. Ich fühle mich einfach nur mit denen verbunden, die von der Krankheit besiegt werden. Und ganz wörtlich: „Was mich interessiert, ist, ein Mensch zu sein.“

Die Haltung dieses Arztes hilft mir. Sie gibt mir Orientierung. Genau, darum geht es doch: An die Schwachen zu denken – an die Kranken, an die Verzweifelten, an die Bedrohten in der Nähe und auch in der Ferne – ihnen beizustehen. Es geht darum, Mensch zu sein und zu bleiben. Mehr können wir vielleicht nicht tun, aber auch nicht weniger. Was das genau bedeutet, davon erzählen die Geschichten der Bibel. Das sagt uns auch unser Herz.

Und uns steht Gott bei. Auch er ist Mensch geworden. Er lebte als wahrer Mensch unter Menschen. Er hat versprochen, bei uns zu sein, bis ans Ende unserer Zeit.

Das tröstet mich und gibt mir Halt.

Lied (EG 65, GL 430):

1. Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

2. Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.

7. Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Gebet:           

Gott,
gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.
Amen.

Und was tun an diesem Tag?

Überlegen Sie: Was gibt Ihnen Halt in diesen Tagen? Wie finden Sie zur Ruhe?
Schreiben Sie das ruhig auf. Dann geht es so schnell nicht wieder verloren.

Mögen Sie behütet und getröstet sein!

Herzliche Grüße

Ihre Pfarrerin Gundula Eichert (Laurentiusgemeinde)


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